Bachelorarbeit

Thema:

Konzept eines design-didaktischen Workshops mit „Tool“ für Lehrer:innen im Sekundärbereich 2 in Niedersachsen

Zeitrahmen:

März bis Juni 2020

vorangegangenes Praktikum in der Hochschule:

Um meine Bachelorarbeit im Kontext sehen zu können, muss ich einen Einblick in das vorrangegangene Praktikum an der Hochschule Osnabrück geben. In diesem dreimonatigen Praktikum habe ich mich mit der Thematik des Designs in der Bildung und der sogenannten Designpädagogik auseinandergesetzt. Ich habe mir das Bildungssystem in Deutschland angeschaut und schnell gemerkt, dass der Übergang von der schulischen Bildung in die berufliche Bildung sehr kompliziert ist. Schüler:innen haben die Auswahl zwischen mehr als 400 Ausbildungsberufen und etwa 12.000 Bachelorstudiengängen.

Ich wollte herausfinden, wie man als junger Mensch in die Berufswelt startet. Dabei habe ich eine interessante Studienreihe gefunden. Bei den sogenannten „McDonald´s Ausbildungsstudien“ werden junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren zu ihren Lebenszielen, beruflichen Erwartungen und über mögliche Faktoren der beruflichen Orientierung befragt. Die Studien werden seit 2013 alle zwei Jahre durch das Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt.

Junge Menschen wünschen sich eine Arbeit, die sie erfüllt und bei der sie Spaß haben können. Der Beruf sollte den Neigungen und Fähigkeiten entsprechen. Für viele junge Menschen gelten daher die Gespräche mit den Eltern als besonders hilfreiche Informationsquelle. Eine größere Unterstützung wünschen sich viele junge Menschen von Schulen und Lehrer:innen. Sie sehen diese in der Pflicht mehr für die berufliche Orientierungsphase zu tun. Auch beeinflussen die Sorgen und Ängste der jungen Menschen sowie aktuelle Ereignisse die Entscheidung des beruflichen Werdegangs. So gilt für über 60 Prozent der jungen Menschen die Entscheidung über die berufliche Zukunft als schwer. Im Folgenden sind ein paar Statistiken aus den Studien aufgezeigt.

Laut einem Erlass aus dem Jahr 2018 von dem Kultusministerium in Niedersachsen ist es die Aufgabe der Schulen ein Konzept zur Durchführung von Maßnahmen zur beruflichen Orientierung zu erstellen. Hierfür wurde den Schulen ein Musterkonzept zur Hilfe gegeben.

 

Mögliche Maßnahmen zur beruflichen Orientierung können sein:

      • Praxistage in Form von individualisierten Kompetenzfeststellungsverfahren

      • Zukunftstage

      • berufspraktische Projekte

      • Schülerbetriebspraktika

      • Schülerfirmen

      • Besuche von berufsbildenden Schulen

      • Besuche von Hochschulinformationstagen

      • Betriebspraktika für Lehrkräfte

      • Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern wie:

            • berufsbildende Schulen

            • Bundesagentur für Arbeit; Jugendberufsagenturen

            • Betriebe

            • Hochschulen; Universitäten

In der Bachelorarbeit wird ein Konzept erarbeitet, bei dem der Studiengang Industrial Design zur innovativen Gestaltung der beruflichen Orientierung beitragen kann und gleichzeitig das Berufsfeld des Designs für Schüler:innen aufgezeigt wird.

Die Bachelorarbeit

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich dann die Aufgabe bekommen ein „Konzept eines design-didaktischen Workshops mit Tool für Lehrer:innen im Sekundärbereich 2 in Niedersachsen“ zu erstellen.

Meine weiteren Recherchen führten mich tiefer in die Thematik der Designdidaktik. Für Designer ist der Designprozess genauso relevant wie das Ergebnis davon. Der Prozess dient dazu eine Orientierung zu finden und Zusammenhänge zu definieren. Er gibt zudem eine Begründung für die resultierenden Ergebnisse. Durch eine iterative Herangehensweise werden bewusst Fehler begangen, um diese schließlich zu verbessern.

Wie schon der Arbeitstitel der Bachelorarbeit beschreibt, soll ein Konzept für Lehrer:innen aus dem Sekundärbereich 2 in Niedersachsen entwickelt werden. Der Sekundärbereich 2 schließt alle Schulformen ab der 11. Klasse ein. Hinter dem Arbeitstitel verstecken sich allerdings zwei weitere Zielgruppen. In den nachfolgenden Bildern werden alle Zielgruppen nochmal aufgeführt und beschrieben.

Neben den Zielgruppen wurden noch die Kriterien des Workshops und die Kriterien des Tools festgestellt, um die Rahmenbedingungen festzulegen.

Kriterien – Workshop:

      • 5 Werktage sollen mit Inhalten gefüllt werden

      • zwischen 6 und 15 Teilnehmenden

      • Zielgruppe Lehrer:innen aller Fächer

      • für Sekundärbereich 2 ausgelegt

      • Erklärung von Designprozessen und Kreativmethoden

      • Erklärung und Anwendung des Tools

      • interdisziplinäres Arbeiten fördern

Kriterien – Tool:

      • soll durch Lehrer:innen anwendbar sein

      • soll leicht zu erklären und zu verstehen sein

      • soll helfen innovativ und kreativ Probleme zu erkennen und zu lösen

      • soll interdisziplinäre Zusammenhänge aufzeigen

      • Persönlichkeitsentwicklung von Schüler:innen soll gefördert werden

      • soll Orientierung auf dem Arbeitsplatz bieten

Im nächsten Schritt habe ich eine Übersicht über die Funktionsweise des Workshops und des Tools angelegt. Lehrer:innen melden sich zum Workshop an. Die Dozenten geben dann Infos raus und leiten den Workshop an. Das Tool ist Bestandteil des Workshops. Mit diesem Tool können Lehrer:innen eine interdisziplinäre Unterrichtseinheit planen. Das Tool wird dabei an die Schüler:innen weitergegeben. Diese wenden dann das mitgegebene Wissen an.

Der Workshop hat vier Hauptbestandteile. Er ist mit einem Kennenlern – Vormittag geplant und beinhaltet einen interaktiven Einstieg ins Thema. In dem Workshop wird das Tool und der im Tool beinhaltete vereinfachte Designprozess erklärt.

Kennenlern – Vormittag:

      • Anreise

      • Begrüßung und Organisatorisches

      • Vorstellungsrunde mit den Lehrenden

      • Führung durch die Räumlichkeiten

Interaktiver Einstieg:

Lehrende werden in den Workshop mit einbezogen:

      • Aufräumen der Designbegriffslandschaft (Wo begegnet den Lehrenden Design?)

      • Gesellschaft Heute und Morgen

      • interdisziplinäre Zusammenhänge des Designs

      • interdisziplinäre Unterrichtsgestaltung

Das Tool:

Das Tool sollte ein für Lehrer:innen sowie für Schüler:innen zugängliches Internetportal darstellen. Das Portal sollte über die Hochschulseiten abrufbar sein. Din Inhalte des Tools werden den Lehrenden im Workshop erklärt und ausführlich getestet.

Folgende Inhalte sollten verfügbar sein:

      • Beschreibungen des vereinfachten Designprozesses

      • Beschreibungen von verschiedenen Kreativtechniken

      • Design – Challenges

      • Optional: „Hackaton“ – Online – Live – Challenge

Der Designprozess:

Der Designprozess sollte weitgehend vereinfacht werden. Dies kann durch drei Phasen vorgenommen werden. Die wichtigste Phase sollte die erste sein. In dieser geht es um das problemorientierte Denken. Probleme müssen erst richtig verstanden werden, bevor mit der Suche nach einer Lösung begonnen werden kann. Die Priorität liegt also im Problemverständnis.

Im Zuge einer möglichen weiteren Umsetzung des Konzeptes müssen die Inhalte des Workshops und des Tools weiter erprobt und angepasst werden. Dies konnte zu dem Zeitpunkt durch die Covid-19 Pandemie und den Infektionsschutzmaßnahmen leider nicht umgesetzt werden. Die Bachelorarbeit bietet als Musterkonzept die Möglichkeit zur Erweiterung und Anpassung von Inhalten durch die Dozenten.

Ganz im Sinne des Designprozesses.

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